Guggenmusik Cocillos Guggenmusik Cocillos

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Geschichte

 

Die Geschichte von der Guggenmusik Cocillos fing 1988 mit der Rythmusgruppe Mexikanos an. Das närrische Treiben, vorerst in den Strassen von Naters, sollte für die Fasnacht 1990 mit Trompeten und Posaunen erweitert werden. Im selben Jahr suchte eine andere Gruppe junger Fasnächtler Mitglieder zur Gründung einer Guggenmusik. Durch den Zusammenschluss dieser beiden Gruppen wurde die fünfte Natischer Guggenmusik ins Leben gerufen.

 

In einer Garage trafen sie sich zur Gründungsversammlung und debattierten über den zukünftigen Namen der Guggenmusik. Das Rennen machte der Name Cocillos, welcher noch heute von vielen Speakern falsch ausgesprochen wird. Bereits im ersten Jahr zählte der Verein 34 Mitglieder. Der sechsköpfige Vorstand wurde vom Präsidenten Philippe Andres geführt, welcher zu dieser Zeit mit 13 der jüngste Guggenmusikpräsident im Wallis war. Nicht nur der Präsident, auch das Durchschnittsalter der Mitglieder war mit 14 Jahren sehr jung. Der Musikalische Leiter war das älteste Mitglied Imwinkelried Ricci. Im ersten Jahr studierte der Verein vier Lieder ein: Rivalen der Rennbahn, run to the hill, Mendocino, Rainman. Der erste Auftritt war im Restaurant Millius in einer Hochzeit. Die Freude war gross den musikalischen Test vor Publikum bestanden zu haben. Weitere Angebote wurden angenommen, so auch in der Sommerzeit 1990 mit 30°C in Siders, mit der Hoffnung im Fernsehen gezeigt zu werden. So war es dann auch - für zwei Sekunden im Hintergrund auf einem Französischen Sender. Mit dem Sujet „Drachen“ und dem treffenden Kostüm dazu, gingen wir 1990 in die erste Fastnacht. Sie war für den Verein ein voller Erfolg.

 

Im zweiten Jahr wurde das Übungslokal von der Turnhalle in den Jugendkeller und anschliessend in die alte Missione verlegt, wo wir das Lokal mit den Belalphäxen teilten. Nicht nur das Übungslokal, sondern auch Majore wurden gewechselt. Nach dem ersten Auftritt vom Bimbo als Major in der Simplonhalle übernahm Remo Schnyder den Majorsstab und das kleine Genie Eggel Christian den Musikalischen Leiter. Viele Jahre wurden die Lieder von Ihnen an freien Nachmittagen einstudiert. Nach dem Abtreten von Remo Schnyder übernahm Christian Eggel alleine die Führung als Major und Musikalischen Leiter. Im Jahr 2000 übergab Christian Eggel sein Amt an seine Schwester Sonja, welche bis 2007 die Übungen und Auftritte mit Bravour meisterte. Mit viel Elan und Motivation leitet nun Studer Kevin aus Naters die Übungen.

Die Cocillos besorgten sich in den ersten zwei Jahren die Kostüme von der Guggenmusik Schnudernasen in Oftringen. Erst im dritten Jahr wagten wir es die Kostüme selber zu entwerfen und zu nähen. Genäht hatten es aber mehrheitlich die Mütter - bis zur XX Fasnacht. Danach schneideten und nähten die Mitglieder eigenhändig unter der Leitung einer Schneiderin ihre Kostüme. Auf das Arbeitstempo der Männer konnte nicht verzichtet werden. Sie verwechselten das Pedal der Nähmaschine mit demjenigen eines Autos.

Viele Ideen versuchte der Verein zu realisieren. So auch der Bau eines Umzugswagens. Der Umzugswagen kam nie zustande, dafür erhielten einige der Guggenmusik Cocillos ihre ersten Fahrlektionen auf dem Areal der Firma Krummenacher AG. An dieser Stelle möchten wir noch Herrn Krummenacher für die Entsorgung der demolierten Fahrzeuge danken.

 

Die Ausflüge der Cocillos waren immer wieder Höhepunkte des Vereins. Der erste Ausflug auf die Belalp mit einer Übernachtung war vor allem ein Höhepunkt für die Vereinskasse. Der Entscheid für die Durchführung des Ausfluges wurde in der wöchentlichen Vorstandssitzung gefällt. Hierzu der Dialog vom Präsident Andres Philippe und dem Kassier Salzmann Daniel:

 

Präsident:       Wier gä uf die Belalp ga spielu und ubernachte bim Markus.
Kassier:           Wieviel kostut dä das?
Präsident:       Ja nit so viel. Ca. Fr. 20 pro Person. Wieviel hei wier dä in der Kassa?
Kassier:           A weiss nit so genau, ja ca . Fr. 1500.- Das längt nit, wier hei nu anders zahlu.
Präsident:       Wir berchäme dä vo de Umzig eu Gäld.

Kassier:           Ja - dä gewär!!!

 

Danke Mama für die vorgeschossenen Fr. 2500.- mit denen wir die Mahnungen nach der Fastnacht bezahlt haben. Ein weiterer Höhepunkt war der Ausflug nach Bern Bethlehem. Nicht für den Veranstalter, aber für die Guggenmusik. Die Details finden sie in einem Zeitungsausschnitt der Pümplizer Woche. Jedes Jahr organisierte der Vorstand einen Ausflug. Zusammen erlebten wir viel: übernachteten im Gefängnis in Luzern (natürlich war es ein Hotel), fuhren Gokart (leider nicht so lange), besuchten die Bierbrauerei, waren im Gardaland und ab und zu tranken wir auch gemeinsam etwas. Getrunken wurde aber vor allem in den Übungsweekends auf den Alpien und im Binntal.

 

Im Jahr 1995 stellten die Drachentöter das Natischer-Fasnachtsprogramm auf den Kopf. Daraus ergab sich für die Guggenmuisk Cocillos die einmalige Gelegenheit den Drachenausbruch im Jubiläumsjahr zu organisieren. Nach Absprache mit dem Grafenrat unter der Führung von Fürstgraf Jozzelin den V (Andres Nestor) sollte von nun an der Drachenausbruch von der Guggenmusik Cocillos geplant und durchgeführt werden. In diesem Jahr nahmen 14 Guggenmusiken am Umzug teil. Wir stellten mehrere Baren und Bühnen auf, damit mit den Guggenmusiken und den vielen angefressenen Fasnächtlern die ganze Nacht all die bösen Wintergeister vertrieben werden konnten. In den darauf folgenden Jahren wollte die Zunft aus finanziellen Gründen den Drachenausbruch wieder selber organisieren. Dabei sollten alle Natischer Fasnachtsvereine mitmachen. Nach dem ersten Jahr sprangen die ersten bereits wieder ab. Sie erkannten, dass die verdienten Fränggli vom Drachenausbruch zu hart erarbeitet sind. Die Cocillos organisierten 1999 zum ersten Mal in der Missione das Cocillos-Fäscht. Der Höhepunkt war jedoch das Cocillos-Fäscht im Jahr 2002, als am Freitag einheimische Bänds die Zuschauer zum Kochen brachten und am Samstag mit dem Moderator Sven Epiney 8 Guggenmusiken, eine Tambourenschow und die Tanzgruppe von Nicole Bärenfaller angekündigt werden konnte. An der Börsenbar variierten die Getränkepreise anhand der Nachfrage und wer wollte, konnte sich vor der Tür türkisch verpflegen. Heute wird abwechslungsweise der Ball von den Belalphäxen und von uns organisiert.

 

Es gäbe noch viel Geschichtliches zu erzählen. Es liegt aber im Interesse des Vereins nicht alles zu veröffentlichen. Damit schliessen wir die Geschichte und wünschen für den Verein noch weitere 15 Jahre, gute Kameradschaft und närrische Fasnachtstage- und Nächte.
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